25. November

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Römer 5.9:

So werden wir ja vielmehr durch Ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir durch Sein Blut gerecht geworden sind.

 

Kann es wirklich Gottes Wille sein, uns in Seinem Zorn zu verschlingen? Oder ist es Sein Wille, dass wir vor Seinem Zorn behalten werden? Das Gesetz kann nicht unbedingt unsere Verdammung wollen, es fordert nur insofern unsere Verdammung, als das nicht geleistet wird, was das Gesetz nach seinem innersten Wesen zu fordern Recht hat. Das Gesetz besteht, recht besehen, in einer Reihe von Verheißungen. Es heißt nach dem Hebräischen nicht: Du sollst nicht, sondern: Nicht wirst du, nicht wirst du begehren. Es geht also darum, ob diese Verheißungen, nach welchen wir Ehebrecher die Ehe nicht brechen, wie Diebe nicht stehlen, wir Totschläger nicht töten, wir Hasser Gottes und des Nächsten Gott und unseren Nächsten lieben, bei uns obwalten! Ein Gesetz, welches in solchen Verheißungen abgefasst ist, kann es nur redlich mit uns meinen, dass wir nämlich in solchen Verheißungen glücklich seien. Demnach ist das Gesetz nur auf unseren Frieden und auf unser Glück bedacht, es kann also nicht wollen, dass wir im Zorne umkommen.

Unsere Verkehrtheit und Verdrehtheit beim Gesetze, dass wir die Erfüllung in uns selbst suchen, dass wir vor dem Gesetz stolz sind, dass wir die Sünde auf das Gesetz werfen, dass wir nicht in Demut vor Gott wandeln, es nicht anerkennen, wie wir mit unserer Gesinnung und unserem Bestreben immerdar darauf aus sind, unsere Seligkeit in eigener Hand zu halten und unter eigenen Augen zu haben – dies macht es, dass das Gesetz uns mit seinem Fluch belegt und dass wir unter dem Zorn einhergehen.

(Kohlbrügge)