24. November

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Römer 5.9:

So werden wir ja vielmehr durch Ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir durch Sein Blut gerecht geworden sind.

 

Wir mögen uns einbilden, dass Gott uns allerlei durch die Finger sieht – aber Gott sieht nichts durch die Finger! O, wie viel mehr würden wir ein Herz für das Evangelium der Gnade Christi haben, hätten wir ein Herz, acht zu geben auf die Stimme des Herrn, auf Sein heiliges Gesetz, wie viel mehr fühlten wir uns gebettet in Seiner Erbarmung, hätten wir mehr Gefühl davon, wie Sein Zorn zu fürchten ist! Ach, diese tötende Schlaffheit, wobei man sich mit einem Evangelium zu trösten weiß und dennoch die Strafe in sich trägt, dass man eine Sünde in der Hand und auf dem beladenen Gewissen hält, und das man nicht viel mehr sich selbst mit allem, was man an dem Sichtbaren hat, drangibt. Ist denn wirklich das Gesetz der zehn Worte nicht mehr für Christen da? Ist es bloß für Juden da, dass man es nicht mehr versteht, in Demut vor Gottes Angesicht zu wandeln? Zu wandeln in Furcht und Zittern vor Seiner Heiligkeit, dass man nicht mehr versteht warum und weshalb kein Zorn mehr über uns kommt? Und dass dennoch der Zorn da ist und um ein leichtes entbrennen würde? Ich sage euch: Unter dem Zorn Gottes gehen wir tagtäglich einher! – Denn wir reizen Seinen gerechten Unwillen durch unser stetes Benehmen, wobei wir die Ordnung der Dinge, wie Gott sie in Seinem Christus festgesetzt hat, immerdar in Verdacht nehmen und immerdar derselben etwas in den Weg legen und nie derselben eingedenk bleiben. Wir reizen Seinen gerechten Zorn damit, dass wir unaufhörlich  nicht Ihn und den Nächsten lieben, sondern das liebe „Ich“ feiern! Gott aber will nach Seinem Gesetz nichts anderes, als dass wir vor diesem Zorn behalten werden.

(Kohlbrügge)