22. November

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Römer 1.23:

Und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild gleich dem vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere.

 

Nachdem die Menschen sich eine Anschauung von Gott gebildet hatten, die ihrem fleischlichen Sinne entsprach, entfernten sie sich immer mehr von der Möglichkeit wahrer Gotteserkenntnis. Sie erbrachten einen selbstgemachten und neuen Gott; ja sie setzten an Gottes Stelle ein Schattenbild! Solches will der Apostel sagen, wenn er ausspricht: Sie haben Gottes Herrlichkeit verwandelt. Dabei dient nicht zur Entschuldigung, dass sie trotz allem Gott im Himmel suchen und das Holz nicht für Gott selbst, sondern nur für Sein Abbild halten. Denn gerade solches ist eine Beleidigung Gottes, dass man von Seiner Majestät so grobe Gedanken hegt und sie mit solchem Abbilde zusammenzubringen wagt. Von dieser frechen Torheit kann kein Stand unter den Heiden freigesprochen werden: Nicht die Priester, noch die Gesetzgeber und Philosophen. Dass sie alle in ihrer Verblendung Gott irgendwie figürlich darstellen wollten, ist das deutlichste Merkmal ihrer groben und unsinnigen Phantasien über Gott. Zuerst haben sie Gottes Herrlichkeit in den Staub gezogen, indem sie dieselbe dem vergänglichen Menschen gleichmachten. Dieses Wort vergänglich setzt nicht nur der Menschen Sterblichkeit gegen Gottes Unsterblichkeit, sondern überhaupt Gottes unbefleckten Glanz gegen der Menschen niedriges Elend. Dann haben die Heiden diesen Frevel noch überboten und sind bis zu den Tieren herabgestiegen. Noch unverhüllter kann sich die stumpfe Torheit nicht zeigen.

(Calvin)