Heidelberger Katechismus X

     

    DER DRITTE TEIL

    Von der Dankbarkeit

      

     
    FRAGE 86

    Wenn wir nun aus unserem Elend ohne alle unsere Verdienste aus Gnade durch Christus erlöst sind, warum sollen wir gute Werke tun?

    Weil Christus, nachdem er uns mit Seinem Blut erkauft hat, uns auch durch Seinen Heiligen Geist erneuert zu Seinem Ebenbild, damit wir mit unserem ganzen Leben uns dankbar gegenüber Gott für Seine Wohltat erweisen (Römer 6.13 & 12.1-2; 1. Petrus 2.5 & 2.9-10; 1. Korinther 6.20) und Er durch uns gepriesen wird (Matthäus 5.16; 1. Petrus 2.12). Danach auch, dass wir bei uns selbst unseres Glaubens aus seinen Früchten gewiss sind (1. Petrus 1.6-7; Matthäus 7.17; Galater 5.6 & 5.22-23) und mit unserem gottgefälligen Leben unsere Nächsten auch für Christus gewinnen (1. Petrus 3.1-2; Römer 14.19).

     

    Matthäus 5.16

    So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

    Matthäus 7.17

    So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte.

    Römer 6.13 

    Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin, als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit.

    Römer 12.1-2

    Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

    Römer 14.19

    Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.

    1. Korinther 6.20

    Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.

    Galater 5.6

    Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnitten-sein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

    Galater 5.22-23

    Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht.

    1. Petrus 1.6-7

    Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus.

    1. Petrus 2.5

    Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

    1. Petrus 2.9-10

    Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr einst »nicht ein Volk« wart, nun aber »Gottes Volk« seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid (Hosea 2.25).

    1. Petrus 2.12

    ... und führt ein rechtschaffenes Leben unter den Heiden, damit die, die euch verleumden als Übeltäter, eure guten Werke sehen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung.

    1. Petrus 3.1-2

    Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, wenn sie sehen, wie ihr in Reinheit und Gottesfurcht lebt. 

     

      

    FRAGE 87

    Können denn die nicht selig werden, die sich von ihrem undankbaren, unbußfertigen Lebenswandel zu Gott nicht bekehren?

    In keiner Weise; denn, wie die Schrift sagt: Kein Unkeuscher, Abgöttischer, Ehebrecher, Dieb, Geiziger, Trunkenbold, Lästerer, Räuber und dergleichen wird das Reich Gottes erben (1. Korinther 6.9-10; Epheser 5.5-6; 1. Johannes 3.14).

     

    1. Korinther 6.9-10

    Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.

    Epheser 5.5-6

    Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger - das sind Götzendiener - ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes. Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams.

    1. Johannes 3.14

    Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer nicht liebt, der bleibt im Tod. 

     

      

    FRAGE 88

    Aus wieviel Teilen besteht die wahrhaftige Buße oder Bekehrung des Menschen?

    Aus zwei Teilen: Dem Absterben des alten (Römer 6.4-6; Epheser 4.22-24; Kolosser 3.5-10; 1. Korinther 5.7) und der Auferstehung des neuen Menschen.

     

    Römer 6.4-6

    So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen.

    1. Korinther 5.7

    Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist.

    Epheser 4.22-24

    Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

    Kolosser 3.5-10

    So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist. Um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. In dem allen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr noch darin lebtet. Nun aber legt alles ab von euch: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat.

     

      

    FRAGE 89

    Was ist das Absterben des alten Menschen?

    Sich die Sünde von Herzen leid sein lassen und sie je länger, je mehr hassen und fliehen (Römer 8.13; Joel 2.12-13).

     

    Joel 2.12-13

    Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, bekehret euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es gereut ihn bald die Strafe.

    Römer 8.13

    Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches tötet, so werdet ihr leben.

     

      

    FRAGE 90

    Was ist die Auferstehung des neuen Menschen?

    Herzliche Freude in Gott durch Christus (Römer 5.1 & 14. 17; Jesaja 57.15) und Lust und Liebe haben nach dem Willen Gottes, in allen guten Werken zu leben (Römer 6.10-11; Galater 2.20).

     

    Jesaja 57.15

    Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.

    Römer 5.1

    Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; ...

    Römer 6.10-11

    Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott. So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.

    Römer 14. 17

    Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geist.

    Galater 2.20

    Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.

     

      

    FRAGE 91

    Welches sind aber gute Werke?

    Nur diejenigen, die aus wahrem Glauben (Römer 14.23) nach dem Gesetz Gottes (1. Samuel 15.22; Epheser 2.10) Ihm zu Ehren geschehen (1. Korinther 10.31) und nicht diejenigen, die auf unser Gutdünken oder Menschensatzung gegründet sind (5. Mose 13.1; Hesekiel 20.18-19; Jesaja 29.13; Matthäus 15.9).

     

    5. Mose 13.1

    Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Ihr sollt nichts dazu tun und nichts davon tun.

    1. Samuel 15.22

    Samuel aber sprach: Meinst du, dass der HERR Gefallen habe am Brandopfer und Schlachtopfer gleichwie am Gehorsam gegen die Stimme des HERRN? Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern.

    Jesaja 29.13

    Und der Herr sprach: Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten, die man sie lehrt, ...

    Hesekiel 20.18-19

    Und ich sprach zu ihren Söhnen in der Wüste: Ihr sollt nicht nach den Geboten eurer Väter leben und ihre Gesetze nicht halten und mit ihren Götzen euch nicht unrein machen; denn ich bin der HERR, euer Gott. Nach meinen Geboten sollt ihr leben, und meine Gesetze sollt ihr halten und danach tun; ...

    Matthäus 15.9

    ... vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.

    Römer 14.23

    Wer aber dabei zweifelt und dennoch isst, der ist gerichtet, denn es kommt nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde.

    1. Korinther 10.31

    Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.

    Epheser 2.10

    Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen. 

     

      

    FRAGE 92

    Wie lautet das Gesetz des Herrn?

    Gott redete alle diese Worte (2. Mose 20.1-17; 5. Mose 5.6-21):

     

    Das erste Gebot

    Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthaus geführt habe. Du sollst keine anderen Götter vor mir haben.

    Das zweite Gebot

    Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf der Erde, oder von dem, was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten, noch ihnen dienen. Denn ich der HERR, dein Gott, bin ein starker, eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, derer, die mich hassen, und tue Barmherzigkeit an viel Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

    Das dritte Gebot

    Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

    Das vierte Gebot

    Gedenke des Sabbattags, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun, aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du keine Arbeit tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch der Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tag; darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.

    Das fünfte Gebot

    Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lang lebst im Land, das dir der HERR, dein Gott, gibt.

    Das sechste Gebot

    Du sollst nicht töten.

    Das siebente Gebot

    Du sollst nicht ehebrechen.

    Das achte Gebot

    Du sollst nicht stehlen.

    Das neunte Gebot

    Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

    Das zehnte Gebot

    Lass dich nicht gelüsten nach deines Nächsten Haus; lass dich nicht gelüsten nach deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat.

     

    2. Mose 20.1-17

    Und Gott redete alle diese Worte: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.

    5. Mose 5.6-21

    Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis machen in irgendeiner Gestalt, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Den Sabbattag sollst du halten, dass du ihn heiligest, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Rind, dein Esel, all dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt, auf dass dein Knecht und deine Magd ruhen gleichwie du. Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst und der HERR, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm. Darum hat dir der HERR, dein Gott, geboten, dass du den Sabbattag halten sollst. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, auf dass du lange lebest und dir's wohlgehe in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was sein ist.

     

      

    FRAGE 93

    Wie werden diese Gebote eingeteilt?

    In zwei Tafeln (2. Mose 34.28; 5. Mose 4.13 & 10.3-4), deren erste in vier Geboten lehrt, wie wir uns gegenüber Gott verhalten sollen; die zweite in sechs Geboten, was wir unserem Nächsten schuldig sind (Matthäus 22.37-39).

     

    2. Mose 34.28

    Und er war allda bei dem HERRN vierzig Tage und vierzig Nächte und aß kein Brot und trank kein Wasser. Und er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte.

    5. Mose 4.13

    Und er verkündigte euch seinen Bund, den er euch gebot zu halten, nämlich die Zehn Worte, und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln.

    5. Mose 10.3-4

    So machte ich eine Lade aus Akazienholz und hieb zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, und ging auf den Berg und hatte die beiden Tafeln in meinen Händen. Da schrieb er auf die Tafeln, wie die erste Schrift war, die Zehn Worte, die der HERR zu euch geredet hatte mitten aus dem Feuer auf dem Berge zur Zeit der Versammlung; und der HERR gab sie mir.

    Matthäus 22.37-39

    Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5.Mose 6,5). Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19.18). 

     

      

    FRAGE 94

    Was fordert der Herr im ersten Gebot?

    Dass ich bei Verlust von Heil und Seligkeit meiner Seele alle Abgötterei (1. Korinther 6.9-10 & 10.7 & 10.14), Zauberei, abergläubische Segen (3. Mose 19.31; 5. Mose 18.10-12), Anrufen der Heiligen oder anderer Kreaturen (Matthäus 4.10; Offenbarung 19.10; 22.8-9) meiden und fliehen soll und den einen wahren Gott recht erkennen (Johannes 17.3), Ihm allein vertrauen (Jeremia 17.5), in aller Demut (1. Petrus 5.5-6) und Geduld (Hebräer 10.36; Kolosser 1.11; Römer 5.3-4; 1. Korinther 10.10; Philipper 2.14) von Ihm allein alles Gute erwarten (Psalm 104.27-30; Jesaja 45.7; Jakobus 1.17) und Ihn von ganzem Herzen lieben (5. Mose 6.5; Matthäus 22.37), fürchten (5. Mose 6.2; Psalm 111.10; Sprüche 1.7 & 9.10; Matthäus 10.28) und ehren (Matthäus 4.10; 5. Mose 10.20-21), so dass ich eher alle Kreaturen aufgebe, als im Geringsten gegen Seinen Willen handle (Matthäus 5.29-30 & 10.37; Apostelgeschichte 5.29).

     

    3. Mose 19.31


    Ihr sollt euch nicht wenden zu den Geisterbeschwörern und Zeichendeutern und sollt sie nicht befragen, dass ihr nicht an ihnen unrein werdet; ich bin der HERR, euer Gott.

    5. Mose 6.2

    ... damit du dein Leben lang den HERRN, deinen Gott, fürchtest und alle seine Rechte und Gebote hältst, die ich dir gebiete, du und deine Kinder und deine Kindeskinder, auf dass du lange lebest.

    5. Mose 6.5

    Und du sollst den HERRN, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.

    5. Mose 10.20-21

    Den HERRN, deinen Gott, sollst du fürchten, ihm sollst du dienen, ihm sollst du anhangen und bei seinem Namen schwören. Er ist dein Ruhm und dein Gott, der bei dir solche großen und schrecklichen Dinge getan hat, die deine Augen gesehen haben.

    5. Mose 18.10-12

    ... dass nicht jemand unter dir gefunden werde, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt oder Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt oder Bannungen oder Geisterbeschwörungen oder Zeichendeuterei vornimmt oder die Toten befragt. Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Gräuel, und um solcher Gräuel willen vertreibt der HERR, dein Gott, die Völker vor dir.

    Psalm 104.27-30

    Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt. Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub. Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde.

    Psalm 111.10

    Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. Klug sind alle, die danach tun. Sein Lob bleibet ewiglich.

    Sprüche 1.7

    Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Die Toren verachten Weisheit und Zucht.

    Sprüche 9.10

    Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand.

    Jesaja 45.7

    ... der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.

    Jeremia 17.5

    So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom HERRN.

    Matthäus 4.10

    Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! denn es steht geschrieben (5. Mose 6.13): »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.«

    Matthäus 5.29-30

    Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf's von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.

    Matthäus 10.28

    Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.

    Matthäus 10.37

    Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.

    Matthäus 22.37

    Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6.5).

    Johannes 17.3

    Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

    Apostelgeschichte 5.29

    Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

    Römer 5.3-4

    Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, ...

    1. Korinther 6.9-10

    Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.

    1. Korinther 10.7

    Werdet auch nicht Götzendiener, wie einige von ihnen es wurden, wie geschrieben steht (2.Mose 32,6): »Das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken, und stand auf, um zu tanzen.«

    1. Korinther 10.10

    Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten und wurden umgebracht durch den Verderber.

    1. Korinther 10.14

    Darum, meine Lieben, flieht den Götzendienst!

    Philipper 2.14

    Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, ...

    Kolosser 1.11

    ... und gestärkt werdet mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut.

    1. Petrus 5.5-6

    Desgleichen, ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.

    Hebräer 10.36

    Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.

    Offenbarung 19.10

    Und ich fiel nieder zu seinen Füßen, ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Tu es nicht! Ich bin dein und deiner Brüder Mitknecht, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an! Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.

    Jakobus 1.17

    Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.

    Offenbarung 22.8-9

    Und ich, Johannes, bin es, der dies gehört und gesehen hat. Und als ich's gehört und gesehen hatte, fiel ich nieder, um anzubeten zu den Füßen des Engels, der mir dies gezeigt hatte. Und er spricht zu mir: Tu es nicht! Denn ich bin dein Mitknecht und der Mitknecht deiner Brüder, der Propheten, und derer, die bewahren die Worte dieses Buches. Bete Gott an!

     

      

    FRAGE 95

    Was ist Abgötterei?

    Anstatt des einen wahren Gottes, der sich in Seinem Wort offenbart hat, oder neben Ihm etwas anderes ausdenken oder haben, worauf der Mensch sein Vertrauen setzt (Epheser 5.5; 1. Chronik 16.26; Philipper 3.19; Galater 4.8; Epheser 2.12; 1. Johannes 2.23; 2. Johannes 1.9; Johannes 5.23).

     

    1. Chronik 16.26

    Denn aller Heiden Götter sind Götzen, der HERR aber hat den Himmel gemacht.

    Johannes 5.23

    ... damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

    Galater 4.8

    Aber zu der Zeit, als ihr Gott noch nicht kanntet, dientet ihr denen, die in Wahrheit nicht Götter sind.

    Epheser 2.12

    ... dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremde außerhalb des Bundes der Verheißung; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt.

    Epheser 5.5

    Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger - das sind Götzendiener - ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes.

    Philipper 3.19

    Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch, und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt.

    1. Johannes 2.23

    Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.

    2. Johannes 1.9

    Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn.

     

      

    FRAGE 96

    Was will Gott im zweiten Gebot?

    Dass wir Gott in keiner Weise abbilden (5. Mose 4.15-19; Jesaja 40.18-25; Römer 1.23-24; Apostelgeschichte 17.29), noch auf irgendeine andere Weise, als Er in Seinem Wort befohlen hat, verehren sollen (1. Samuel 15.23; 5. Mose 12.30-31 & 13.1; Matthäus 15.9).

     

    5. Mose 4.15-19

    So hütet euch nun wohl - denn ihr habt keine Gestalt gesehen an dem Tage, da der HERR mit euch redete aus dem Feuer auf dem Berge Horeb -, dass ihr euch nicht versündigt und euch irgendein Bildnis macht, das gleich sei einem Mann oder Weib, einem Tier auf dem Land oder Vogel unter dem Himmel, dem Gewürm auf der Erde oder einem Fisch im Wasser unter der Erde. Hebe auch nicht deine Augen auf gen Himmel, dass du die Sonne sehest und den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels, und fallest ab und betest sie an und dienest ihnen. Denn der HERR, dein Gott, hat sie zugewiesen allen andern Völkern unter dem ganzen Himmel; ...

    5. Mose 12.30-31

    ... so hüte dich, dass du dich nicht verführen lässt, es ihnen nachzutun, nachdem sie vertilgt sind vor dir, und dass du nicht fragst nach ihren Göttern und sprichst: Wie haben diese Völker ihren Göttern gedient? Ebenso will auch ich es tun! So sollst du dem HERRN, deinem Gott, nicht dienen; denn sie haben ihren Göttern alles getan, was dem HERRN ein Gräuel ist und was er hasst; denn sie haben ihren Göttern sogar ihre Söhne und Töchter mit Feuer verbrannt.

    5. Mose 13.1

    Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Ihr sollt nichts dazu tun und nichts davon tun.

    1. Samuel 15.23

    Denn Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du des HERRN Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr König seist.

    Jesaja 40.18-25

    Mit wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein Abbild wollt ihr von ihm machen? Der Meister gießt ein Bild, und der Goldschmied vergoldet's und macht silberne Ketten daran. Wer aber zu arm ist für eine solche Gabe, der wählt ein Holz, das nicht fault, und sucht einen klugen Meister dazu, ein Bild zu fertigen, das nicht wackelt. Wisst ihr denn nicht? Hört ihr denn nicht? Ist's euch nicht von Anfang an verkündigt? Habt ihr's nicht gelernt von Anbeginn der Erde? Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen, sind wie Heuschrecken; er spannt den Himmel aus wie einen Schleier und breitet ihn aus wie ein Zelt, in dem man wohnt; er gibt die Fürsten preis, dass sie nichts sind, und die Richter auf Erden macht er zunichte: Kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum hat ihr Stamm eine Wurzel in der Erde, da lässt er einen Wind unter sie wehen, dass sie verdorren, und ein Wirbelsturm führt sie weg wie Spreu. Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei? spricht der Heilige.

    Matthäus 15.9

    ... vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.

    Apostelgeschichte 17.29

    Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.

    Römer 1.23-24

    Und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, so dass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden.

     

      

    FRAGE 97

    Soll man denn gar kein Bildnis machen?

    Gott kann und soll in keiner Weise abgebildet werden; die Kreaturen dürfen zwar abgebildet werden, jedoch verbietet Gott, ihr Bildnis zu machen und zu haben, um sie zu verehren oder Ihm damit zu dienen (2. Mose 23.24-25 & 34.10-14 & 34.17; 4. Mose 33.52; 5. Mose 7.5 & 12.3 & 16.22; 2. Könige 18.3-4).

     

    2. Mose 23.24-25

    Du sollst ihre Götter nicht anbeten noch ihnen dienen noch tun, wie sie tun, sondern du sollst ihre Steinmale umreißen und zerbrechen. Aber dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und ich will alle Krankheit von dir wenden.

    2. Mose 34.10-14

    Und der HERR sprach: Siehe, ich will einen Bund schließen: Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie nicht geschehen sind in allen Landen und unter allen Völkern, und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des HERRN Werk sehen; denn wunderbar wird sein, was ich an dir tun werde. Halte, was ich dir heute gebiete. Siehe, ich will vor dir her ausstoßen die Amoriter, Kanaaniter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Hüte dich, einen Bund zu schließen mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst, damit sie dir nicht zum Fallstrick werden in deiner Mitte; sondern ihre Altäre sollst du umstürzen und ihre Steinmale zerbrechen und ihre heiligen Pfähle umhauen; denn du sollst keinen andern Gott anbeten. Denn der HERR heißt ein Eiferer; ein eifernder Gott ist er.

    2. Mose 34.17

    Du sollst dir keine gegossenen Götterbilder machen.

    4. Mose 33.52

    ... so sollt ihr alle Bewohner vertreiben vor euch her und alle ihre Götzenbilder und alle ihre gegossenen Bilder zerstören und alle ihre Opferhöhen vertilgen ... 

    5. Mose 7.5 

    Sondern so sollt ihr mit ihnen tun: Ihre Altäre sollt ihr einreißen, ihre Steinmale zerbrechen, ihre heiligen Pfähle abhauen und ihre Götzenbilder mit Feuer verbrennen.

    5. Mose 12.3 

    ... und reißt um ihre Altäre und zerbrecht ihre Steinmale und verbrennt mit Feuer ihre heiligen Pfähle, zerschlagt die Bilder ihrer Götzen und vertilgt ihren Namen von jener Stätte.

    5. Mose 16.22

    Du sollst dir kein Steinmal aufrichten; denn das hasst der HERR, dein Gott.

    2. Könige 18.3-4

    Und er tat, was dem HERRN wohlgefiel, ganz wie sein Vater David. Er entfernte die Höhen und zerbrach die Steinmale und hieb das Bild der Aschera um und zerschlug die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte. Denn bis zu dieser Zeit hatte ihr Israel geräuchert, und man nannte sie Nehuschtan.

     

      

    FRAGE 98

    Dürfen aber nicht die Bilder als »der Laien Bücher« in den Kirchen geduldet werden?

    Nein; denn wir sollen nicht weiser sein als Gott, der Seine Christenheit nicht durch stumme Götzen (Jeremia 10.8; Habakuk 2.18-19), sondern durch die lebendige Predigt Seines Worts unterwiesen haben will (2. Petrus 1.19; 2. Timotheus 3.16-17).

     

    Jeremia 10.8

    Sie sind alle Narren und Toren; denn dem Holz zu dienen ist ein nichtiger Gottesdienst.

    Habakuk 2.18-19

    Was wird dann das Bild helfen, das sein Meister gebildet hat, und das gegossene Bild, das da Lügen lehrt? Dennoch verlässt sich sein Meister darauf, obgleich er nur stumme Götzen macht. WEH DEM, der zum Holz spricht: »Wach auf!« und zum stummen Steine: »Steh auf!« Wie sollte ein Götze lehren können? Siehe, er ist mit Gold und Silber überzogen, und kein Odem ist in ihm.

    2. Timotheus 3.16-17

    Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.

    2. Petrus 1.19

    Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.

     

      

    FRAGE 99

    Was will das dritte Gebot?

    Dass wir nicht nur mit Fluchen (3. Mose 24.11-16) oder mit falschem Eid (3. Mose 19.12), sondern auch mit unnötigem Schwören (Matthäus 5.37; Jakobus 5.12) den Namen Gottes nicht lästern oder missbrauchen, noch uns mit unserem Stillschweigen und Zusehen an solchen schrecklichen Sünden mitschuldig machen. Und zusammengefasst, dass wir den heiligen Namen Gottes nicht anders, als mit Furcht und Ehrerbietung gebrauchen (Jesaja 45.23), so dass Er von uns recht bekannt (Matthäus 10,32), angerufen (1. Timotheus 2.8) und in allen unseren Worten und Werken (Römer 2.24; 1. Timotheus 6.1; Kolosser 3.16-17) gepriesen wird.

     

    3. Mose 19.12

    Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen und den Namen eures Gottes nicht entheiligen; ich bin der HERR.

    3. Mose 24.11-16

    Und lästerte den Namen des HERRN und fluchte. Da brachten sie ihn zu Mose - seine Mutter aber hieß Schelomit, eine Tochter Dibris vom Stamm Dan - und legten ihn gefangen, bis ihnen klare Antwort würde durch den Mund des HERRN. Und der HERR redete mit Mose und sprach: Führe den Flucher hinaus vor das Lager und lass alle, die es gehört haben, ihre Hände auf sein Haupt legen und lass die ganze Gemeinde ihn steinigen und sage zu den Israeliten: Wer seinem Gott flucht, der soll seine Schuld tragen. Wer des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Ob Fremdling oder Einheimischer, wer den Namen lästert, soll sterben.

    Jesaja 45.23

    Ich habe bei mir selbst geschworen, und Gerechtigkeit ist ausgegangen aus meinem Munde, ein Wort, bei dem es bleiben soll: Mir sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören ...

    Matthäus 5.37

    Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.

    Matthäus 10.32

    Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater.

    Römer 2.24

    Denn »euretwegen wird Gottes Name gelästert unter den Heiden«, wie geschrieben steht (Jesaja 52.5).

    Kolosser 3.16-17

    Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

    1. Timotheus 2.8

    So will ich nun, dass die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel.

    1. Timotheus 6.1

    Alle, die als Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde.

    Jakobus 5.12

    Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt. 

     

      

    FRAGE 100

    Ist denn durch Schwören und Fluchen Gottes Namen Lästern so eine schwere Sünde, dass Gott auch über die zürnt, die, soviel an ihnen liegt, nicht helfen, sie zu verhindern und zu verbieten?

    Ja freilich (3. Mose 5.1); denn keine Sünde ist größer, noch erzürnt Gott heftiger, als Lästerung Seines Namens; darum hat Er sie auch mit dem Tod zu strafen befohlen (3. Mose 24.15-16).

     

    3. Mose 5.1

    Wenn jemand damit sündigt, dass er den Fluch aussprechen hört und Zeuge ist, weil er es gesehen oder erfahren hat, es aber nicht anzeigt und so sich verschuldet; ...

    3. Mose 24.15-16

    ... und sage zu den Israeliten: Wer seinem Gott flucht, der soll seine Schuld tragen. Wer des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Ob Fremdling oder Einheimischer, wer den Namen lästert, soll sterben.

     

      

    FRAGE 101

    Darf man aber überhaupt als Christ bei dem Namen Gottes einen Eid schwören?

    Ja; wenn es die Obrigkeit von ihren Untertanen oder sonst die Not erfordert, Treue und Wahrheit zu Gottes Ehre und des Nächsten Heil dadurch zu erhalten und zu fördern. Denn solches Schwören eines Eides ist in Gottes Wort gegründet (5. Mose 6.13 & 10.20; Jesaja 48.1; Hebräer 6.16) und deshalb von den Heiligen im Alten und Neuen Testament recht gebraucht worden (1. Mose 21.24 & 31.53-54; Josua 9.15 & 9.19; 1. Samuel 24.23; 2. Samuel 3.35; 1. Könige 1.28-30; Römer 1.9; 2. Korinther 1.23).

     

    1. Mose 21.24 

    Da sprach Abraham: Ich will schwören.

    1. Mose 31.53-54

    Der Gott Abrahams und der Gott Nahors sei Richter zwischen uns - der Gott ihres Vaters! Und Jakob schwor ihm bei dem Schrecken Isaaks, dem Gott seines Vaters. Und Jakob opferte auf dem Gebirge und lud seine Brüder zum Essen. Und als sie gegessen hatten, blieben sie auf dem Gebirge über Nacht.

    5. Mose 6.13

    ... sondern du sollst den HERRN, deinen Gott, fürchten und ihm dienen und bei seinem Namen schwören.

    5. Mose 10.20

    Den HERRN, deinen Gott, sollst du fürchten, ihm sollst du dienen, ihm sollst du anhangen und bei seinem Namen schwören.

    Josua 9.15

    Und Josua machte Frieden mit ihnen und schloss einen Bund mit ihnen, dass sie am Leben bleiben sollten. Und die Obersten der Gemeinde schworen es ihnen. 

    Josua 9.19

    ... sprachen alle Obersten zu der ganzen Gemeinde: Wir haben ihnen geschworen bei dem HERRN, dem Gott Israels; darum können wir sie nicht antasten.

    1. Samuel 24.23

    Beobachtet und erkundet jeden versteckten Ort, wo er sich verkriecht, und kommt wieder zu mir, wenn ihr's gewiss seid, so will ich mit euch ziehen. Ist er im Lande, so will ich ihn aufspüren unter allen Tausendschaften Judas. 

    2. Samuel 3.35

    Als nun alles Volk kam, während es noch Tag war, um David zum Essen zu nötigen, schwor David und sprach: Gott tue mir dies und das, wenn ich Brot oder sonst etwas zu mir nehme, ehe die Sonne untergeht!

    1. Könige 1.28-30

    Der König David antwortete und sprach: Ruft mir Batseba! Und sie kam hinein vor den König. Und als sie vor dem König stand, schwor der König und sprach: So wahr der HERR lebt, der mich erlöst hat aus aller Not: ich will heute tun, wie ich dir geschworen habe bei dem HERRN, dem Gott Israels, als ich sagte: Salomo, dein Sohn, soll nach mir König sein, und er soll für mich auf meinem Thron sitzen.

    Jesaja 48.1

    Hört dies, ihr vom Hause Jakob, die ihr nach dem Namen Israels heißt und aus dem Wasser Judas gekommen seid; die ihr schwört bei dem Namen des HERRN und den Gott Israels bekennt, aber nicht in Wahrheit und Gerechtigkeit.

    Römer 1.9

    Denn Gott ist mein Zeuge, dem ich in meinem Geist diene am Evangelium von seinem Sohn, dass ich ohne Unterlass euer gedenke ...

    2. Korinther 1.23

    Ich rufe aber Gott zum Zeugen an bei meiner Seele, dass ich euch schonen wollte und darum nicht wieder nach Korinth gekommen bin.

    Hebräer 6.16

    Die Menschen schwören ja bei einem Größeren, als sie selbst sind; und der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und macht aller Widerrede ein Ende. 

     

      

    FRAGE 102

    Darf man auch bei den Heiligen oder anderen Kreaturen einen Eid schwören?

    Nein; denn ein rechtmäßiger Eid ist eine Anrufung Gottes, dass Er als der alleinige Kenner des Herzens der Wahrheit Zeugnis geben wolle und mich strafen, wenn ich falsch schwöre (2. Korinther 1.23); diese Ehre gebührt aber keiner Kreatur (Matthäus 5.34-36; Jakobus 5.12).

     

    Matthäus 5.34-36

    Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen.

    2. Korinther 1.23

    Ich rufe aber Gott zum Zeugen an bei meiner Seele, dass ich euch schonen wollte und darum nicht wieder nach Korinth gekommen bin.

    Jakobus 5.12

    Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt. 

     

      

    FRAGE 103

    Was will Gott im vierten Gebot?

    Gott will erstens, dass das Predigtamt und Schulen erhalten werden (Titus 1.5; 1. Timotheus 3.1 & 3.8-9 & 4.13 & 5.17; 1. Korinther 9.11 & 9.13-14; 2. Timotheus 2.2 & 3.15) und ich, besonders am Feiertag, zu der Gemeinde Gottes fleißig komme (Psalm 40.10-11 & 68.27; Apostelgeschichte 2.42 & 2.46), um das Wort Gottes zu lernen (1. Korinther 14.19 & 14.29 & 14.31), die heiligen Sakramente zu gebrauchen (1. Korinther 11.33), den Herrn öffentlich anzurufen (1. Timotheus 2.1-3 & 2.8; 1. Korinther 14.16) und das christliche Almosen zu geben (1. Korinther 16.2). Zweitens, dass ich alle Tage meines Lebens von meinen bösen Werken ablasse, den Herrn durch Seinen Geist in mir wirken lasse und so den ewigen Sabbat in diesem Leben anfange (Jesaja 66.23).

     

    Psalm 40.10-11

    Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde. Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen; HERR, das weißt du. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich. Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde.

    Psalm 68.27

    Lobet Gott in den Versammlungen, den HERRN, die ihr von Israel herstammt.

    Jesaja 66.23

    Und alles Fleisch wird einen Neumond nach dem andern und einen Sabbat nach dem andern kommen, um vor mir anzubeten, spricht der HERR.

    Apostelgeschichte 2.42

    Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.

    Apostelgeschichte 2.46

    Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen ...

    1. Korinther 9.11

    Wenn wir euch zugut Geistliches säen, ist es dann zu viel, wenn wir Leibliches von euch ernten?

    1. Korinther 9.13-14 

    Wisst ihr nicht, dass, die im Tempel dienen, vom Tempel leben, und die am Altar dienen, vom Altar ihren Anteil bekommen? So hat auch der Herr befohlen, dass, die das Evangelium verkündigen, sich vom Evangelium nähren sollen.

    1. Korinther 11.33

    Darum, meine lieben Brüder, wenn ihr zusammenkommt, um zu essen, so wartet aufeinander.

    1. Korinther 14.16

    Wenn du Gott lobst im Geist, wie soll der, der als Unkundiger dabeisteht, das Amen sagen auf dein Dankgebet, da er doch nicht weiß, was du sagst? 

    1. Korinther 14.19

    Aber ich will in der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit meinem Verstand, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Zungen.

    1. Korinther 14.29

    Auch von den Propheten lasst zwei oder drei reden, und die andern lasst darüber urteilen.

    1. Korinther 14.31

    Ihr könnt alle prophetisch reden, doch einer nach dem andern, damit alle lernen und alle ermahnt werden.

    1. Korinther 16.2

    An jedem ersten Tag der Woche lege ein jeder von euch bei sich etwas zurück und sammle an, soviel ihm möglich ist, damit die Sammlung nicht erst dann geschieht, wenn ich komme.

    1. Timotheus 2.1-3

    So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, ...

    1. Timotheus 2.8

    So will ich nun, dass die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel.

    1. Timotheus 3.1

    Das ist gewisslich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe.

    1. Timotheus 3.8-9

    Desgleichen sollen die Diakone ehrbar sein, nicht doppelzüngig, keine Säufer, nicht schändlichen Gewinn suchen; sie sollen das Geheimnis des Glaubens mit reinem Gewissen bewahren.

    1. Timotheus 4.13 

    Fahre fort mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren, bis ich komme.

    1. Timotheus 5.17

    Die Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre.

    2. Timotheus 2.2 

    Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das befiehl treuen Menschen an, die tüchtig sind, auch andere zu lehren.

    2. Timotheus 3.15

    Und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.

    Titus 1.5

    Deswegen ließ ich dich in Kreta, dass du vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und überall in den Städten Älteste einsetzen, wie ich dir befohlen habe: ...

      

      

    FRAGE 104

    Was will Gott im fünften Gebot?

    Dass ich meinem Vater und meiner Mutter und allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe und Treue erweisen und mich aller guten Lehre und Strafe mit gebührendem Gehorsam unterwerfen (Epheser 5.22 & 6.1-4; Kolosser 3.18 & 3.20-24; Sprüche 1.8 & 4.1 & 4.10 & 4.20 & 20.20; 2. Mose 21.17; Römer 13.1-5) und auch mit ihren Schwächen und Fehlern Geduld haben soll (Sprüche 23.22; 1. Mose 9.24-25; 1. Petrus 2.18), weil uns Gott durch ihre Hand regieren will (Epheser 6.4 & 6.9; Kolosser 3.19 & 3.21; Römer 13.1-5; Matthäus 22.21).

     

    1. Mose 9.24-25

    Als nun Noah erwachte von seinem Rausch und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn angetan hatte, sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei seinen Brüdern ein Knecht aller Knechte!

    2. Mose 21.17

    Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.

    Sprüche 1.8

    Mein Sohn, gehorche der Zucht deines Vaters und verlass nicht das Gebot deiner Mutter; ...

    Sprüche 4.1

    Höret, meine Söhne, die Mahnung eures Vaters; merkt auf, dass ihr lernet und klug werdet!  

    Sprüche 4.10 

    Höre, mein Sohn, und nimm an meine Rede, so werden deine Jahre viel werden.

    Sprüche 4.20

    Mein Sohn, merke auf meine Rede und neige dein Ohr zu meinen Worten.

    Sprüche 20.20

    Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, dessen Leuchte wird verlöschen in der Finsternis.

    Sprüche 23.22

    Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

    Matthäus 22.21

    Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

    Römer 13.1-5

    Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu. Denn vor denen, die Gewalt haben, muss man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten. Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut. Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen.

    Epheser 5.22

    Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn.

    Epheser 6.1-4

    Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist recht. »Ehre Vater und Mutter«, das ist das erste Gebot, das eine Verheißung hat: »Auf dass dir's wohl gehe und du lange lebest auf Erden« (5. Mose 5.16). Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.

    Epheser 6.4 

    Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.

    Epheser 6.9

    Und ihr Herren, tut ihnen gegenüber das gleiche und lasst das Drohen; denn ihr wisst, dass euer und ihr Herr im Himmel ist, und bei ihm gilt kein Ansehen der Person.

    Kolosser 3.18

    Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich's gebührt in dem Herrn.

    Kolosser 3.19

    Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie.

    Kolosser 3.20-24

    Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig in dem Herrn. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, damit sie nicht scheu werden. Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn. Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Ihr dient dem Herrn Christus!

    Kolosser 3.21

    Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, damit sie nicht scheu werden.

    1. Petrus 2.18

    Ihr Sklaven, ordnet euch in aller Furcht den Herren unter, nicht allein den gütigen und freundlichen, sondern auch den wunderlichen.

     

       

    FRAGE 105

    Was will Gott im sechsten Gebot?

    Dass ich meinen Nächsten weder mit Gedanken, noch mit Worten oder Gebärden, viel weniger mit der Tat, durch mich selbst oder andere schmähen, hassen, beleidigen oder töten soll (Matthäus 5.21-22 & 26.52; 1. Mose 9.6), sondern alle Rachgier ablegen (Epheser 4.26; Römer 12.19; Matthäus 5.25 & 18.35) und auch mir selbst keinen Schaden zufügen oder mich mutwillig in Gefahr begeben (Römer 13.14; Kolosser 2.23; Sirach 3.27; Matthäus 4.7). Darum trägt auch die Obrigkeit, um den Totschlag zu verhindern, das Schwert (1. Mose 9.6; 2. Mose 21.4; Matthäus 26.52; Römer 13.4).

     

    1. Mose 9.6

    Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.

    2. Mose 21.4

    Wenn aber jemand an seinem Nächsten frevelt und ihn mit Hinterlist umbringt, so sollst du ihn von meinem Altar wegreißen, dass man ihn töte.

    Sirach 3.27

    Wer sich in Gefahr begibt, der kommt darin um, ...

    Matthäus 4.7

    Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6.16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«

    Matthäus 5.21-22

    Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist (2. Mose 20.13 & 21.12): »Du sollst nicht töten« wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.

    Matthäus 5.25

    Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest.

    Matthäus 18.35

    So wird auch mein himmlischer Vater an euch tun, wenn ihr einander nicht von Herzen vergebt, ein jeder seinem Bruder.

    Matthäus 26.52

    Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.

    Römer 12.19

    Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose 32.35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.«

    Römer 13.4

    Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut.

    Römer 13.14

    Sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt für den Leib nicht so, dass ihr den Begierden verfallt.

    Epheser 4.26

    Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen, ...

    Kolosser 2.23

    ... die zwar einen Schein von Weisheit haben durch selbsterwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch.

     

      

    FRAGE 106

    Redet denn dieses Gebot nicht nur vom Töten?

    Es will uns aber Gott durch Verbot des Totschlags lehren, dass Er die Wurzel des Totschlags, nämlich Neid (Römer 1.29), Hass (1. Johannes 2.9 & 2.11), Zorn (Jakobus 2.13; Galater 5.19-21), Rachgier, hasst und dass dies alles vor Ihm ein heimlicher Totschlag ist (1. Johannes 3.15).

     

    Römer 1.29

    ... voll von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, voll Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Zuträger, ...

    Galater 5.19-21

    Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.

    1. Johannes 2.9

    Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis.

    1. Johannes 2.11

    Wer aber seinen Bruder hasst, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wo er hingeht; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet.

    1. Johannes 3.15

    Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger, und ihr wisst, dass kein Totschläger das ewige Leben bleibend in sich hat.

    Jakobus 2.13

    Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht. 

     

      

    FRAGE 107

    Ist's aber damit genug, dass wir unseren Nächsten, im obigen Sinne, nicht töten?

    Nein; denn indem Gott Neid, Hass und Zorn verdammt, will Er von uns haben, dass wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst (Matthäus 7.12 & 22.39), ihm gegenüber Geduld, Frieden, Sanftmut (Epheser 4.2; Galater 6.1-2; Matthäus 5.9; Römer 12.18), Barmherzigkeit (Matthäus 5.7; Lukas 6.36) und Freundlichkeit (Römer 12.10 & 12.15) erweisen, seinen Schaden, soviel uns möglich, abwenden (2. Mose 23.5) und auch unseren Feinden Gutes tun (Matthäus 5.44.45; Römer 12.20-21).

     

    2. Mose 23.5

    Wenn du den Esel deines Widersachers unter seiner Last liegen siehst, so lass ihn ja nicht im Stich, sondern hilf mit ihm zusammen dem Tiere auf.

    Matthäus 5.7

    Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

    Matthäus 5.9

    Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig.

    Matthäus 5.44.45

    Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

    Matthäus 7.12 

    Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.

    Matthäus 22.39

    Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19.18).

    Lukas 6.36

    Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

    Römer 12.10 

    Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

    Römer 12.15

    Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.

    Römer 12.18

    Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.

    Römer 12.20-21

    Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Sprüche 25.21-22). Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

    Galater 6.1-2

    Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

    Epheser 4.2

    ... in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe ... 

     

      

    FRAGE 108

    Was will das siebente Gebot?

    Dass alle Unkeuschheit von Gott verabscheut wird (3. Mose 18.27-30) und dass wir darum ihr von Herzen feind sein (Judas 1.23) und keusch und züchtig leben sollen (1. Thessalonicher 4.3-5), es sei im heiligen Ehestand oder außerhalb desselben (Hebräer 13.4; 1. Korinther 7.1-9 & 7.25-28).

     

    3. Mose 18.27-30

    Denn alle solche Gräuel haben die Leute dieses Landes getan, die vor euch waren, und haben das Land unrein gemacht -, damit nicht auch euch das Land ausspeie, wenn ihr es unrein macht, wie es die Völker ausgespien hat, die vor euch waren. Denn alle, die solche Gräuel tun, werden ausgerottet werden aus ihrem Volk. Darum haltet meine Satzungen, dass ihr nicht tut nach den schändlichen Sitten derer, die vor euch waren, und dadurch unrein werdet; ich bin der HERR, euer Gott.

    1. Korinther 7.1-9

    Wovon ihr aber geschrieben habt, darauf antworte ich: Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren. Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann. Der Mann leiste der Frau, was er ihr schuldig ist, desgleichen die Frau dem Mann. Die Frau verfügt nicht über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt der Mann nicht über seinen Leib, sondern die Frau. Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn eine Zeitlang, wenn beide es wollen, damit ihr zum Beten Ruhe habt; und dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht, weil ihr euch nicht enthalten könnt. Das sage ich aber als Erlaubnis und nicht als Gebot. Ich wollte zwar lieber, alle Menschen wären, wie ich bin, aber jeder hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so. Den Ledigen und Witwen sage ich: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich. Wenn sie sich aber nicht enthalten können, sollen sie heiraten; denn es ist besser, zu heiraten als sich in Begierde zu verzehren.

    1. Korinther 7.25-28

    Über die Jungfrauen habe ich kein Gebot des Herrn; ich sage aber meine Meinung als einer, der durch die Barmherzigkeit des Herrn Vertrauen verdient. So meine ich nun, es sei gut um der kommenden Not willen, es sei gut für den Menschen, ledig zu sein. Bist du an eine Frau gebunden, so suche nicht, von ihr loszukommen; bist du nicht gebunden, so suche keine Frau. Wenn du aber doch heiratest, sündigst du nicht, und wenn eine Jungfrau heiratet, sündigt sie nicht; doch werden solche in äußere Bedrängnis kommen. Ich aber möchte euch gerne schonen.

    1. Thessalonicher 4.3-5

    Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht und ein jeder von euch seine eigene Frau zu gewinnen suche in Heiligkeit und Ehrerbietung, nicht in gieriger Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen.

    Hebräer 13.4

    Die Ehe soll in Ehren gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; denn die Unzüchtigen und die Ehebrecher wird Gott richten.

    Judas 1.23

    ... andere reißt aus dem Feuer und rettet sie; anderer erbarmt euch in Furcht und hasst auch das Gewand, das befleckt ist vom Fleisch.

     

      

    FRAGE 109

    Verbietet Gott in diesem Gebot nichts mehr als Ehebruch und dergleichen Schande?

    Weil beide, unser Leib und unsere Seele, Tempel des Heiligen Geistes sind, darum will Er, dass wir sie sauber und heilig bewahren; Er verbietet deshalb alle unkeuschen Taten, Gebärden, Worte (Epheser 5.3-4; 1. Korinther 6.18-20), Gedanken, Lust (Matthäus 5.27-32) und was den Menschen dazu reizen kann (Epheser 5.18; 1. Korinther 15.33).

     

    Matthäus 5.27-32

    Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2. Mose 20.14): »Du sollst nicht ehebrechen.« Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf's von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre. Es ist auch gesagt (5. Mose 24.1): »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.« Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

    1. Korinther 6.18-20

    Flieht die Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, bleiben außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.

    1. Korinther 15.33

    Lasst euch nicht verführen! Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.

    Epheser 5.3-4 

    Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört. Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung.

    Epheser 5.18

    Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. 

     

      

    FRAGE 110

    Was verbietet Gott im achten Gebot?

    Er verbietet nicht nur den Diebstahl (1. Korinther 6.10) und Räuberei (1. Korinther 5.10), welche die Obrigkeit straft, sondern Gott nennt auch Diebstahl alle bösen Pläne und Taten, womit wir unseres Nächsten Gut gedenken an uns zu bringen, es sei mit Gewalt oder Schein des Rechtes (Lukas 3.14; 1. Thessalonicher 4.6), etwa mit unrechtem Gewicht (Sprüche 11.1 & 16.11), Ellen, Maß (Hesekiel 45.9-12; 5. Mose 25.13-16), Ware, Münzen, Wucher (Psalm 15.5; Lukas 6.35) oder durch jegliches Mittel, das von Gott verboten ist, dazu auch allen Geiz (1. Korinther 6.10) und unnütze Verschwendung seiner Gaben (Sprüche 5.16).

     

    5. Mose 25.13-16

    Du sollst nicht zweierlei Gewicht, Groß und Klein, in deinem Beutel haben, und in deinem Hause soll nicht zweierlei Maß, Groß und Klein, sein. Du sollst ein volles und rechtes Gewicht und ein volles und rechtes Maß haben, auf dass dein Leben lange währe in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. Denn wer das tut, der ist dem HERRN, deinem Gott, ein Gräuel, ein jeder, der übeltut.

    Psalm 15.5

    Wer sein Geld nicht auf Zinsen gibt und nimmt nicht Geschenke wider den Unschuldigen. Wer das tut, wird nimmermehr wanken.

    Sprüche 5.16

    Sollen deine Quellen herausfließen auf die Straße und deine Wasserbäche auf die Gassen?

    Sprüche 11.1

    Falsche Waage ist dem HERRN ein Gräuel; aber ein volles Gewicht ist sein Wohlgefallen.

    Sprüche 16.11

    Waage und rechte Waagschalen sind vom HERRN; und alle Gewichte im Beutel sind sein Werk.

    Hesekiel 45.9-12

    So spricht Gott der HERR: Ihr habt's lange genug schlimm getrieben, ihr Fürsten Israels; lasst ab von Frevel und Gewalttat und tut, was recht und gut ist, und hört auf, Leute in meinem Volk von Haus und Hof zu vertreiben, spricht Gott der HERR. Ihr sollt rechtes Gewicht und rechten Scheffel und rechtes Maß haben. Ein Scheffel und ein Eimer sollen gleich sein, so dass ein Eimer den zehnten Teil von einem Fass hat und ein Scheffel auch den zehnten Teil von einem Fass; nach dem Fass soll man sie beide messen. Und ein Lot soll zwanzig Gramm haben und ein Pfund fünfzig Lot.

    Lukas 3.14

    Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!

    Lukas 6.35

    Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

    1. Korinther 5.10

    Damit meine ich nicht allgemein die Unzüchtigen in dieser Welt oder die Geizigen oder Räuber oder Götzendiener; sonst müsstet ihr ja die Welt räumen.

    1. Korinther 6.10

    Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.

    1. Thessalonicher 4.6

    Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist ein Richter über das alles, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben. 

      

      

    FRAGE 111

    Was gebietet dir aber Gott in diesem Gebot?

    Dass ich meines nächsten Nutzen, wo ich kann und vermag, fördere, ihm gegenüber so handle, wie ich möchte, dass man mit mir handelt (Matthäus 7.12), und gewissenhaft arbeite, damit ich dem Bedürftigen in seiner Not helfen kann (Epheser 4.28).

     

    Matthäus 7.12

    Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.

    Epheser 4.28

    Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann.

     

      

    FRAGE 112

    Was will das neunte Gebot?

    Dass ich gegen niemanden ein falsches Zeugnis gebe (Sprüche 19.5 & 19.9 & 21.28), niemandem seine Worte verdrehe (Psalm 15.3), kein Verleumder und Lästerer bin (Römer 1.29-30), niemanden ungehört und leichtfertig verdammen helfe (Matthäus 7.1-2; Lukas 6.37), sondern alles Lügen und Betrügen als Werke des Teufels (Johannes 8.44) bei Gottes schwerem Zorn vermeide (Sprüche 12.22 & 13.5), in Gerichts- und allen anderen Handlungen die Wahrheit liebe, aufrichtig sage und bekenne (1. Korinther 13.6; Epheser 4.25), und auch meines Nächsten Ehre und guten Ruf nach meinem Vermögen rette und fördere (1. Petrus 4.8).

     

    Psalm 15.3

    Wer mit seiner Zunge nicht verleumdet, wer seinem Nächsten nichts Arges tut und seinen Nachbarn nicht schmäht; ...

    Sprüche 12.22

    Lügenmäuler sind dem HERRN ein Gräuel; die aber treulich handeln, gefallen ihm.

    Sprüche 13.5

    Der Gerechte ist der Lüge feind; aber der Gottlose handelt schimpflich und schändlich.

    Sprüche 19.5

    Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird nicht entrinnen.

    Sprüche 19.9

    Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen

    Sprüche 21.28

    Ein lügenhafter Zeuge wird umkommen; aber wer recht gehört hat, dessen Wort bleibt.

    Matthäus 7.1-2

    Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.

    Lukas 6.37

    Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.

    Johannes 8.44

    Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.

    Römer 1.29-30

    ... voll von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, voll Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Zuträger, Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hochmütig, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, ...

    1. Korinther 13.6

    ... sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; ...

    Epheser 4.25

    Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind.

    1. Petrus 4.8

    Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn »die Liebe deckt auch der Sünden Menge« (Sprüche 10.12).

     

      

    FRAGE 113

    Was will das zehnte Gebot?

    Dass auch nicht die geringste Lust oder Gedanken gegen irgendein Gebot Gottes jemals in unser Herz kommen, sondern wir jederzeit von ganzem Herzen aller Sünde feind sein und Lust zu aller Gerechtigkeit haben sollen (Römer 7.7).

     

    Römer 7.7

    Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2. Mose 20.17): »Du sollst nicht begehren!«  

     

      

    FRAGE 114

    Können aber diejenigen, die zu Gott bekehrt sind, diese Gebote vollkommen halten?

    Nein; sondern es haben auch die Allerheiligsten, solang sie in diesem Leben sind, nur einen geringen Anfang dieses Gehorsams (1. Johannes 1.8-10; Römer 7.14-15; Prediger 7.20); doch so, dass sie mit ernsthaftem Vorsatz, nicht nur nach etlichen, sondern nach allen Geboten Gottes anfangen zu leben (Römer 7.22; Jakobus 2.10).

     

    Prediger 7.20

    Denn es ist kein Mensch so gerecht auf Erden, dass er nur Gutes tue und nicht sündige.

    Römer 7.14-15

    Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich.

    Römer 7.22

    Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen.

    1. Johannes 1.8-10

    Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.

    Jakobus 2.10

    Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.

     

      

    FRAGE 115

    Warum lässt uns denn Gott so scharf die Zehn Gebote predigen, wenn sie in diesem Leben niemand halten kann?

    Erstens, damit wir unser ganzes Leben lang unser sündiges Wesen je länger, je mehr erkennen (1. Johannes 1.9; Psalm 32.5) und umso begieriger Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit in Christus suchen (Römer 7.24-25). Danach, dass wir ohne Unterlass uns bemühen und Gott um die Gnade des Heiligen Geistes bitten, dass wir je länger, je mehr zu dem Ebenbild Gottes erneuert werden, bis wir das Ziel der Vollkommenheit nach diesem Leben erreichen (1. Korinther 9.24; Philipper 3.11-14).

     

    Psalm 32.5

    Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde. SELA.

    Römer 7.24-25

    Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.

    1. Korinther 9.24

    Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt.

    Philipper 3.11-14

    Damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten. Nicht, daß ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, daß ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.

    1. Johannes 1.9

    Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.