23. Januar

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Jakobus 1.6b:

Denn der da zweifelt, der ist gleich wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und gewebt wird.

 

Dieser Vergleich des Zweiflers mit der Meereswoge beschreibt sehr fein, wie Gott den Unglauben straft, der an Seinen Verheißungen zweifelt. Solche Leute martern sich mit der eigenen innerlichen Unruhe, weil unsere Seele keine Ruhe hat, sie senke sich denn zur Ruhe in Gottes Wahrheit hinab. Endlich beweist Jakobus solche Leute seien unwürdig, von Gott etwas zu erlangen. Besonders treffend widerlegt diese Stelle das unfromme Dogma, welches überall im Papsttum wie eine Offenbarung angesehen wird, man müsse mit Zweifel und Ungewissheit über den Erfolg beten. Wir sollen deshalb den Grundsatz festhalten, dass unsere Bitten nur dann vom Herrn erhört werden, wenn auch Vertrauen auf die Erfüllung sie begleitet. Es kann freilich in dieser Schwachheit unseres Fleisches nicht anders gehen, als dass wir von mannigfachen Versuchungen erregt werden, die gleichsam als Hebel ansetzen, unser Vertrauen ins Wanken zu bringen, so dass keiner sich finden wird, der nicht dem Trieb seines Fleisches nach zittert und bebt. Aber wir müssen solche Anfechtungen doch endlich im Glauben überwinden, wie ein Baum, der starke Wurzeln getrieben hat: Er wird wohl vom Stoß des Sturmwindes geschüttelt, aber nicht losgerüttelt, vielmehr bleibt er fest an seinem Platze stehen.

(Calvin)