23. Februar

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Galater 3.28a:

Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Knecht noch Freier, hier ist nicht Mann noch Weib.

 

Hier könnten viel mehr Bezeichnungen von Ämtern, die göttlich geordnet sind, angefügt werden. Man könnte im Sinne von Paulus weiterfahren: Hier ist nicht Obrigkeit und Untergebener, nicht Lehrer und Zuhörer, nicht Erzieher und Schüler, nicht Hausherrin und Magd etc. – denn in Christus sind alle Stände nichts, auch wenn sie von Gott verordnet sind. Mann, Frau, Knecht, Freier, Jude, Heide, König, Untergebener etc. sind zwar alle gute Kreaturen Gottes, aber in Christus, dass heißt, wenn es um das ewige Heil geht, sind sie mit all ihrer Weisheit, Gerechtigkeit, Religion und Macht nichts. Mit diesen Worten: Es ist kein Jude etc. tut Paulus mit ganzer Kraft das Gesetz ab. Hier nämlich, wo der neue Mensch in der Taufe geschaffen und Christus angezogen wird, ist nicht Jude noch Grieche etc. Paulus redet hier aber nicht von dem Juden als natürlichem Menschen, wie ein Philosoph oder Arzt redet, sondern einen Juden nennt er den, der ein Schüler des Mose ist, den Gesetzen unterworfen, er redet von dem Juden der Beschneidung, der den im Gesetz gebotenen Kult übt. Wo Christus ist, sagt Paulus, da ist kein Jude mehr, keine Beschneidung, kein Tempeldienst, überhaupt keine Gesetze, wie sie die Juden üben. Christus nämlich hat abgetan alles, was an Gesetzen bei Mose, ja in der ganzen Welt zu finden ist. Daher muss das Gewissen, das an Christus glaubt, dessen so gewiss sein, dass das Gesetz mit seinen Schrecken und Drohungen abgetan ist, dass es überhaupt nicht weiß, ob jemals ein Mose, ein Gesetz oder ein Jude existiert hat. Denn Christus und Mose kommen auf keine Weise überein!

(Luther)